Über mich

Der Weg nach Österreich 

 

Geboren bin ich in Aubusson, einem wichtigen Zentrum der französischen Tapisseriekunst. Ich war immer schon geduldig und minutiös und hatte großes Interesse an Kunsthandwerk wie Kalligraphie, Pastellmalerei, Stickerei und einigem mehr. Später als Jugendliche, vertiefte ich meine Fähigkeiten in Wandmalerei, echter Freskomalerei und Aquarell, aber auch in Intarsien- und Tischlerarbeiten. Nach einem kurzen Aufenthalt in Belgien, wo ich in einer Kunsttischlerei arbeitete und Möbel restaurierte, kam ich mit 22 Jahren nach Österreich und beschloss, mein Leben hier zu verbringen. 

 

Der Weg in die Textilrestaurierung 

 

Ich begann an der Universität für angewandte Kunst Wien, Textilrestaurierung zu studieren. Genauigkeit, Geduld, Beobachtungsgabe, Kunst und Geschichte finden sich in einem Material, dem Textil, wieder, das so faszinierend vielfältig in Form und Struktur und gleichzeitig so zerbrechlich ist. 

Zusätzlich zu meinem fünfjährigen Studium durfte ich in Museen wie dem Museum für angewandte Kunst (MAK), dem Kunsthistorischen Museum (KHM) sowie in Textilrestaurierungs-Ateliers und bei selbständigen Textilrestauratorinnen Praktika absolvieren bzw. Restaurierungen durchführen. Mein Studium schloss ich im Jahr 2016 ab. Nach einem Jahr als Universitätsassistentin am Institut für Konservierung und Restaurierung und nebenbei freiberuflich als Mitwirkende bei der neuen Dauerausstellung des Weltmuseum Wien, beschloss ich, mich gänzlich der Selbständigkeit zu widmen. 

Seitdem freue ich mich sehr, für verschiedene Museen, Institutionen, Schlösser, Pfarren und private Sammler, historische Textilien konservieren und restaurieren zu dürfen. 

Das Prinzip der heutigen Konservierung und Restaurierung dient dem langfristigen Erhalt durch bewahrende (Konservierung) und wiederherstellende (Restaurierung) Maßnahmen. Zentral sind der Respekt vor der Originalsubstanz, Reversibilität der Eingriffe, Dokumentation und minimale Veränderungen, um den historischen Zustand zu sichern und Verfall aufzuhalten. 

Dabei werden die Textilien zuerst auf Material und Herstellungstechniken untersucht. Danach wird der Zustand erfasst und die Schadensursachen bestimmt. Nach dem Festlegen eines Ziels für die Konservierung und Restaurierung mit dem Auftraggeber, wird ein Konzept erstellt und die Konservierung/Restaurierung durchgeführt. Um den weiteren Erhalt des Objekts zu gewährleisten, wird eine geeignete Lösung für die Lagerung und eine weitere präventive Konservierung (Klima, Licht, staubfreie Umgebung, etc.) empfohlen. Schließlich werden alle Maßnahmen und Empfehlungen schriftlich und fotografisch dokumentiert. 

 

Der Weg zur Stickerei

 

 

Bei meiner Arbeit als Textilrestauratorin beeindruckt mich das Wissen und Können der Handwerker vergangener Jahrhunderte, die Kreativität, mit der sie Textilien aus verschiedenen Materialien gewebt, gestickt, bemalt, bedruckt oder genäht haben. 

Während meinem Studium und später während meiner Arbeit analysierte ich viele historische Stickereien und begann, einige davon nachzusticken. Ich wurde immer hungriger danach, mehr über die Techniken und Materialien der Stickerei zu lernen. 2019 beschloss ich, eine Ausbildung an der École Lesage in Paris zu absolvieren und gleichzeitig meinen Beruf als Textilrestauratorin weiter auszuüben. 

An der École Lesage wurden mir die Grundlagen der professionellen Stickerei gelehrt. Ich lernte aber auch eine modernere Art der Stickerei kennen: die Haute-Couture-Stickerei bzw. Lunéville-Stickerei. Ergänzend dazu durfte ich das Sticken und Herstellen von Linzer Goldhauben an der Akademie der Volkskultur in Linz erlernen. Mit diesen beiden Ausbildungen habe ich alles in der Hand, um die verschiedensten Arten von Stickereien herzustellen. 

Ich sticke gerne nach eigenen Entwürfen, wobei die Natur, das Florale, die Leichtigkeit und das Licht eine große Rolle spielen. Als Restauratorin habe ich mich daran gewöhnt, zum Sticken nur hochwertige Materialien zu verwenden. 

Am liebsten kombiniere ich die beiden Felder der Konservierung/Restaurierung und der Kunststickerei. Dabei freue ich mich ganz besonders, Kopien von stark beschädigten oder verloren gegangenen Stickereien herzustellen. Ein weiterer Aspekt bildet auch die Rekonstruktion der vermutlich ursprünglichen farblichen und plastischen Wirkung einer Stickerei. 

 

 Wenn Sie Interesse an einer Konservierung und Restaurierung von Textilien oder an der Herstellung bzw. einer Kopie einer Stickerei haben, melden Sie sich gerne!